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SPD-Altstadt gegen Zerschlagung der Stadtbibliothek – Wo bleibt Sparbeitrag des Wirtschaftsdezernats?

Meldung vom 30. Oktober 2011


Mit Unverständnis reagiert die Altstadt-SPD auf Forderungen, die Mainzer Stadtbibliothek als eigenständige Institution aufzugeben und das traditionsreiche Gebäude, in dem sich auch das Stadtarchiv befindet, an den Meistbietenden zu verkaufen. Vorstandsmitglied Veronika Wölfle: “Erwägungen dieser Art passen so gar nicht zu dem Titel ‘Stadt der Wissenschaft’, mit dem sich Mainz in diesem Jahr schmückt.”

Bei dem historischen Bau, der 2012 hundert Jahre alt werde, handele es sich außerdem um das bedeutendste spätwilhelminische Kulturdenkmal in Mainz. Im Zweiten Weltkrieg unzerstört, beherberge das monumentale Gebäude immer noch große Teile der Originaleinrichtung aus der Erbauungszeit, so unter anderem den bemerkenswerten Lesesaal und ein opulentes Treppenhaus. “So etwas findet man im ganzen Rhein-Gebiet nicht noch einmal”, meint Veronika Wölfle und warnt: „Es steht zu befürchten, dass im Falle eines Verkaufs vom bauzeitlichen Inneren der wissenschaftlichen Bibliothek so gut wie nichts mehr übrig bleibt, was einer profitablen Privatnutzung im Wege steht.“ Nur eine kulturell-öffentliche Zweckbestimmung werde dem stadthistorischen Wert dieses baulichen Schmuckstücks gerecht.

“Wenn es ums Sparen geht, denkt Herr Sitte immer nur an Bildung und Kultur.” kritisiert Andreas Behringer, Vorsitzender der Altstadt-SPD. “Wo sind die Sparvorschläge für sein eigenes Dezernat?” Die Altstadt-SPD könne sich sehr gut eine Privatisierung des Biotechnikums “An der Goldgrube” vorstellen, das seit 10 Jahren von Stadt und Land gepachtet wird. “Es gibt keinen Grund, warum die hochverschuldete Stadt noch länger zwei Unternehmen subventionieren sollte.” Auch könne die TechnologieZentrum Mainz GmbH (TZM) samt Geschäftsführung und Aufsichtsrat eingespart werden. “Die Wirtschaftsförderung der Stadt Mainz verkommt immer mehr zur Selbstbefriedigung von Teilen der Verwaltungsspitze. Hier müsste der Rotstift angelegt werden.”