Unsere Altstadt braucht mehr Bäume!


Andreas Behringer

Antrag im Ortsbeirat am 11. März 2020

Andreas Behringer

Auf die Anfrage 1205/2019 (SPD) „Bäume für die Altstadt – am Beispiel Lauterenstraße und Schieß­gartenstraße“ vom 11. September 2019 erhielten wir zunächst eine sehr ernüchternde Antwort von Umweltdezernentin Eder: „Aufgrund dieser komplexen Gemengelage kann die Verwaltung keine Auskunft geben.“

Nach unserer mehrfachen Bitte fand nun am 11. Februar 2020 eine Ortsbegehung in der Lauteren­straße statt. Eine Woche zuvor gab es zudem eine Verwaltungskoordination am gleichem Ort, an der u. a. Grün- und Umweltamt, Straßenverkehrsbehörde, Denkmalschutz und Feuerwehr beteiligt waren. Ferner wurde uns mitgeteilt, dass die Verwaltung nun beabsichtigt, eine Modellplanung für ein Teilstück der Neubrunnenstraße zu entwerfen.

Wir bedanken uns bei der Verwaltung für den positiven und erkenntnisreichen Ortstermin und freuen uns, dass mit dieser Initiative der sprichwörtliche Stein ins Rollen gekommen ist.

Der Ortsbeirat Altstadt möge sich dafür aussprechen:

  1. Unsere Altstadt braucht mehr Bäume. Dies war schon immer wichtig für die Gesundheit und Lebens­qualität der Menschen in unserem Stadtteil. In Zeiten des Klimawandels bekommt dies eine noch stärkere Bedeutung.

  2. Wir begrüßen, dass die Verwaltung nun am Beispiel einer Altstadt-Straße eine Modellplanung entwickeln wird. Sollte die Verwaltung hierfür die Neubrunnenstraße bevorzugen, ist das im Sinne des Ortsbeirats. Es ist wichtig, ein Pilotprojekt zu entwickeln, dessen Erkenntnisse auf weitere Straßenzüge übertragen werden können. Großen Bedarf und großes Potenzial sieht der Ortsbeirat z. B. in der Lauterenstraße und in der Schießgartenstraße.

  3. Die Verwaltung wird gebeten, bei Planungen für mehr Bäume in der Altstadt auch große, mutige Ideen zu prüfen. Beispielsweise haben Baumreihen einen größeren Nutzen für Mensch und Umwelt als einzelne Bäume, und sie besitzen auch stadtgestalterisch eine hohe Attraktivität.

  4. Die Modellplanung soll den Gremien, insbesondere dem Ortsbeirat Altstadt, zur Beratung und Entscheidung vorgelegt werden – möglichst mit mehreren Optionen.

  5. Die Verwaltung wird gebeten, mit dem Land Gespräche aufzunehmen mit dem Ziel, dass die Stadt Mainz in das Bund-Länder-Programm „Zukunft Stadtgrün“ aufgenommen wird.

  6. Die Verwaltung wird gebeten, mit der städtischen „Parken in Mainz GmbH“ Gespräche aufzu­neh­men mit der Frage, ob in Parkhäusern abends und nachts Kapazitäten bestehen, um Bewohner­parkplätze zur Verfügung zu stellen. Durch die Pflanzung zusätzlicher Bäume werden vor­aussichtlich bestehende Bewohnerparkplätze entfallen; für den Ortsbeirat ist es wichtig zu wissen, ob diese in angrenzenden Parkhäusern ausgeglichen werden können.

Begründung:

In zahlreichen Straßen der Altstadt finden sich kaum Bäume. Extrem baumarm sind das Bleichen­viertel (zum Beispiel haben Hintere Bleiche, Schießgartenstraße und eine Hälfte der Neubrunnen­straße keinen einzigen Baum) sowie das Lauteren­viertel (Lauterenstraße und Weintorstraße). Dies ist besonders problematisch, weil es sich hierbei um bevölkerungsreiche Wohnviertel handelt.

Bäume sorgen für ein angenehmeres Mikroklima (Schatten, Kühle, Luftfeuchtigkeit) und gesündere Luft (Filterfunktion). Für die Bewohnerinnen und Bewohner der dicht bebauten und stark versiegel­ten Altstadt ist vor allem die zunehmende Sommerhitze nur schwer zu ertragen.

Andreas Behringer, Sprecher SPD-Fraktion, 14. Februar 2020

Den Antrag der SPD, das Abstimmungsergebnis und eventuelle Stellungnahmen finden Sie im Bürgerinformationssystem auf mainz.de. (Dort rechts auf das PDF-Dokument drücken.)


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