Baumverluste in der Altstadt


Jürgen Hoffmann

Anfrage im Ortsbeirat am 11. September 2019

Jürgen Hoffmann

Mit unserer Anfrage „Bäume in der Altstadt“ vom 07.11.2018 im Ortsbeirat Mainz-Altstadt und der anschließenden Diskussion hatten wir auf die Problemlage hingewiesen: Immer wieder werden Bäume in der Altstadt gefällt und die Nachpflanzungen lassen auf sich warten. Das Jahr 2019 ist mit seinen heißen Wochen im ersten Halbjahr noch schlimmer geworden als das Jahr 2018 und lässt für den Grünbestand in der Altstadt nichts Gutes erwarten. Bürger, die sich bei uns meldeten, äußerten jetzt wesentlich schärfer ihre Meinungen zum Klimawandel und missbilligen jeden Baumverlust sehr deutlich. In der Münsterstraße wurde wieder ein Baum (Finger­ahorn vor dem Gebäude Nr. 8) und weitere in der Großen Bleiche (Robinien) gefällt. Ist es wirklich nötig, einen ganzen Baum, der ca. zwanzig Jahre und länger gewachsen ist und dabei ein größeres Volumen an Bio­masse zum Vorteil für uns Bewohner geschaffen hat, wegen eines vom Sturm abgerissenen Astes kom­plett zu entfernen?

An der Kreuzung „Münsterstraße/Neue Universitätsstraße“ wurden – nach Beendigung der Baumaß­nahme „Tiefgarage Schillerplatz“ – bewusst drei Bäume gepflanzt, damit der Kreuzungs­bereich von abgestellten PKW’s freibleibt. Es war aus der Sicht der Feuerwehr sehr nötig, die Anfahrt der Häuser zu gewährleisten. Insgesamt gab es zwei große Brände und die Feuerwehr musste große Fahrzeuge einsetzen. Jetzt, nach­dem schon zwei Bäume in den letzten Jahren entfernt wurden und auch die gemauerten Einfassungen der Baum­scheiben abgerissen wurden, deutet alles darauf hin, dass die gefällten Bäume nicht mehr ersetzt wer­den sollen. Schon jetzt hat die frei gewordene Fläche ihre „Liebhaber“ gefunden. Zum Teil stehen Pkw’s so, dass ein Lieferwagen Schwierigkeiten hat, um die Kurve zu kommen. Wir bitten darum, dass die Be­grünung, die Verkehrssicherung und auch das Stadtbild nicht geändert, sondern der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt wird.

Wir fragen die Verwaltung:

  1. Wie viele Straßenbäume wurden bis zum 01.07.19 in den letzten zwei Jahren in der Altstadt gefällt? Wie hoch war das durchschnittliche Alter dieser Bäume?
  2. Welche Arten (wie viele Bäume) waren besonders betroffen? Welche Baumarten haben sich an Straßen als besonders geeignet erwiesen?
  3. Die Ulme, deren Holz besonders hart ist und deshalb Windabwürfe äußerst selten sind, ist als Straßen­baum nicht in der Altstadt zu sehen, richtig? Ist geplant, sie bei Neupflanzungen stärker heranzu­ziehen?
  4. Ist damit zu rechnen, dass Bäume in Reihen, Alleen – auch unter stadtgestalterischem Gesichtspunkt – artgleich ersetzt werden?
  5. Wegen der Erwärmung unserer Stadt werden Bäume aus anderen Klimazonen nötig (z.B. Italienischer Ahorn). Einige Bundesländer experimentieren seit ca. 20 Jahren mit neuen Baumarten. Welche Bäume sind zukünftig für Mainz vorgesehen?
  6. Koblenz muss ca. 500 Bäume fällen, weil sich in der großen Hitze ein Pilz ausgebreitet hat. Müssen wir uns in Mainz auch darauf einstellen? Wie sehen die Vorsichtsmaßnahmen aus?
  7. Die Umbaumaßnahme „Große Langgasse“ geht zügig voran. Leider mussten zwei ausgewachsene Pla­ta­nen gefällt werden. Gibt es inzwischen Standorte, wo in der Nähe der Großen Langgasse angemessener Ersatz gepflanzt wird? Wenn ja: Wann soll gepflanzt werden?

Die Anfrage der SPD und (sobald sie vorliegt) die Antwort der Stadt Mainz finden Sie im Bürgerinformationssystem auf mainz.de. (Dort rechts auf eines der PDF-Dokumente drücken.)


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